Schweinerei im Meer


Das haben wir am Strand in Schweden gefunden, wer weiss, wie giftig sowas ist?

In einem Anfall von sinnlosem Umweltschutz haben deutsche Politiker beschlossen, dass Autos mit einer roten „Umweltplakette“ nicht durch sogenannte “Umweltzonen“ fahren dürfen, weil sie ein paar Gramm CO² mehr ausstoßen als die mit den „grünen Umweltplaketten“. Und wenn man dann mit seinem alten, jahrelang treuen und immer noch brav laufenden Auto mit der roten Plakette durch eine oben genannte „Umweltzone“ tuckert, wird man sogleich mit einem bisschen Pech von der Polizei angehalten und bekommt einen Punkt in Flensburg. Und während der Herr Polizist einen aufschreibt und ermahnt, donnert eine riesige Diesellock mit Getöse und Gestank und ohne Katalysator über das Gleis neben der Straße (welches auch in der Umweltzone liegt) und pustet Unmengen an Kohlendioxid aus ihrem schwarzverrußten, dicken Auspuffrohr. Aber der Lokführer oder die DB bekommen keine Punkte in Flensburg oder so etwas ähnliches, da wird nämlich eine Ausnahme gemacht, obwohl so eine Lok ziemlich viel mehr Luft verpestet als ein kleines Auto. Aber Autos und Züge sind, verglichen mit den großen Ozeanriesen, nur niedliche kleine Fische.

Denn ein großer Tanker, Frachter oder Kreuzfahrtschiff schädigen die Umwelt mit seinen Abgasen und Abfällen mehr als eine Kleinstadt. (Im Grunde genommen sind es ja Kleinstädte). Sie benutzen keine sauberen Treibstoffe wie Diesel oder Benzin, sondern fahren eine ekelhafte, schmutzige Pampe namens Bunkeröl. Eigentlich ist Bunkeröl ein Abfall, der in Erdölraffinerien anfällt und von dem 2% unbrennbar und hoch giftig sind! Diese beiden Prozent werden durch Seperatoren und Zentrifugen von dem Rest getrennt und ins Meer verklappt, wo sie erheblichen Schaden anrichten. Ein solches Schiff verbraucht unzählige Tonnen dieser Teufelssuppe, und von jeder verbrannten Tonne bleiben 20 kilo Sludge (so heisst der „Schlamm“, den die Seperatoren und Zentrifugen vom Rest trennen) unverbrannt übrig. Bunkeröl wird auch HFO (engl. Heavy Fuel Oil) oder Bunker C genannt. Bei Zimmertemperatur hat Bunkeröl eine feste bist pastenartige Konsistenz, also muss es rund um die Uhr auf ca. 40°C gehalten weden, um es pumpfähig zu halten. Besonders schmutziges Öl muss man regelmässig in besonderen Setztanks auf ungefähr 70°C erhitzen, um den Kraftstoff von Wasser und Schlamm zu trennen, bevor man das es mit den Seperatoren und Zentrifugen weiter aufbereiten kann. Allein die Aufbereitung kostet schon eine Unmenge an Energie! Den Schlamm füllt man danach in dazu vorgesehene Schlammtanks.

Große Tanker verbrauchen auf einer Strecke von Asien nach Europa (ungefär 15000 km) etwa 3000 TONNEN Bunker C, davon sind 60 Tonnen(!) Sludge. Wohlgemerkt, 3000 t auf EINER Fahrt, von EINEM Schiff. Bei genauerem Nachrechnen kommt man allerdings auf das Ergebnis, dass das nur 3 Liter Treibstoff pro Container auf hundert Kilometer sind. Jetzt denken viele: „nun ja, ein Lastwagen verbraucht doch viel mehr Diesel pro Container“. Stimmt, Aber ein Laster fährt mit Diesel, nicht mit HFO, und HFO ist sehr viel umweltschädlicher als das „sauberere“ Diesel. (Eigentlich ist Diesel nicht sehr sauber, zumindest, wenn man etwas davon beim Tanken über seine beste Jacke giesst).

Es gibt aber auch Schiffe, die saubere Treibstoffe verwenden, Müll recyclen und nichts ins Meer verklappen. Solche Schiffe werden mit der Auszeichnung „Blauer Engel“ ausgezeichnet und hoch gelobt, eigenartigerweise wurden nur sechs der weltweit 90000 (Neunzigtausend!) größeren Schiffe mit dieser Auszeichnung geehrt. Ein weiteres Beispiel, wie sorgsam der Mensch mit seinem einzigen Planeten umgeht.

Das sind zwei neuere Schiffe, sehr wahrscheinlich mit weit besserer Technologie! Hoffentlich!

Esra M. Reichert

weiter - zurück - index - home