31. Juli, STØ - Waltour

Ja, wir waren früh munter, ich war aufgeregt, wollte nichts vergessen. Wir packten die Kameraausrüstung sorgfältig, etwas zu essen und zu trinken, etwas zum Spielen, ein paar kleine Überraschungen, und warme Sachen zum Anziehen, incl Mützen. Die Kinder waren auch schon freudig erregt, wir kamen sogar rechtzeitig nach dem kurzen Spaziergang ins Dorf im Walzentrum an. Dort bezahlten wir und nahmen eine Tablette gegen Seekrankheit - die Kinder jeder eine Halbe, ich vorerst auch, denn es war eine übrig gewesen. Gunter nahm keine, denn er hätte gerne gewußt was es ist und vertaute auf die Homöopathie. Warum ich das nicht tat? Ich weiss es nicht. Wahrscheinlich wollte ich auf Nummer Sicher gehen, denn wir hatten knapp 2000 Kronen gezahlt, da möchte ich nicht die Fahrt über mit den Kindern oder selbst auf der Toilette oder über der Reling hängend verbringen. Wie sich sogleich herausstellte war es auch gut gewesen, die Tablette zu nehmen. Die Nacht war stürmisch gewesen, noch schien die Sonne nicht, die Fahrt war tatsächlich etwas unruhig. Esra stellte sogleich fest, daß man sich manchmal leicht anfühlt, manchmal schwer - interessant fand er das, schlecht wurde ihm und den anderen nicht. Aber, bevor es losging - die Tabletten brauchen eine Stunde, bis sie wirken - wurde die Gruppe in Deutsch- und Englischsprachige aufgeteilt und wir erhielten so eine kleine Einführung, was die Tiere, die wir sehen werden betraf, aber auch die nötigen Sicherheitsvorkehrungen wurden erläutert. Kinder unter 12 Jahren bekamen eine Schwimmweste, das beruhigte mich sehr. Und dann ging es los. Die Vogelinsel mit der sehr großen Papageitaucherkolonie - etwa 25 000 Nester, den Komoranen und Adlern, und den Robben war sehr nah! Ich hatte mich gar nicht auf Wildlifephotographie einstellen können, da ging es auch schon los. Die lustig aussehenden Papageitaucher faszinierten die Kinder und auch mich. Sogar Gunter, der sie bisher immer etwas "affig" fand, gab zu, daß sie schon was sehr Außergewöhnliches sind und clownartige Züge haben. Die Schnäbel voller Fisch flüchteten sie vor dem Boot und schlugen zum Teil Salto dabei. 4 Seeadler sahen wir - sie flogen über uns hinweg und man sah ein Paar bei den rießigen, einen Meter langen, in die Erde gegrabenen Papageitauchernestern sitzen. Schlicht grandios! Die Kormorane blieben schön sitzen, auf ihren weisgefleckten Felsen, die Robben tarnten sich mit "felsenfarbigem" Fell - wir sahen sie trotzdem recht gut! Allein diese Insel ist einen Ausflug wert und Touren hierher werden auch angeboten. (ich würde gerne eine machen!).

Adler

nicht ganz so gut getroffen im Gegenlicht - aber es muß hier mit auf die Seite:-) Diese Spannweite von 2,5 m ist schon sehr beeindruckend!

Kormorane

die Kormorane - nun, eine Möwe hat sich druntergemischt

Papageitaucher

ein Papageitaucher auf der Flucht

Papageitaucher

noch einer der lustigen Vögel

seehunde

die Robben - die sahen so neidlich und friedlich aus!

Leuchtturm

der Leuchtturm ANDA FYR

Nun zog sich die Fahrt lange dahin, die Sonne hatte sich entschieden, uns doch auf die Köpfe zu scheinen, was mich freute, denn der Wind war kühl. Man gewöhnt sich schnell an ein Boot, nur das Geschaukel war nicht ohne. Ich hatte ja nur eine halbe Tablette genommen, und mir war so richtig komisch ums Herz - nicht im Magen. Vielleicht lag es aber auch an der abgestoppten Migäne? Gunter sah gar nicht so gut aus, Nux vomica wirkte nicht ganz so gut. Schließlich wollten sich die Kinder und Gunter drinnen aufwärmen, ich ging halt mit. Kaum waren wir drinnen kam ein Ruf: a spermwhale! Wow, der erste Pottwal. Also, schnell wieder raus. Den ersten photographierte ich nicht gut, denn der Autofocus brachte mich irgendwie durcheinander. Ich war aufgeregt! WOW! Der erste Wal. Er lag eine ganze Weile an der Wasseroberfläche und blies vor sich hin, dann, machte er einen Buckel und schließlich kam die Schwanzflosse zum Vorschein. BEEINDRUCKEND! Was soll ich denn schreiben? Ich war sehr beeindruckt, aber das reicht nicht. Ich glaube, ihr müßt einfach selbst mal losfahren und eine Waltour machen. Das muß man gesehen haben, es ist einfach ein ganz besonderes Erlebnis. Noah, unser zukünftiger Meeresforscher, war hin und weg! Für Amy war die Fahrt hin schon sehr lang gewesen. Wir sahen insgesamt 7 Pottwale, alle hoben sie für uns die photogene Flosse - und schließlich habe ich auch gute Bilder machen können:-) Ein Photographen Taum wurde wahr! Mein nächster Traum wird dann sein, die Flossen im Abendllicht aufzunehmen:-) Ohne Träume macht das Leben halb so viel Spaß! Also, nun ein paar Flossen von Pottwalen:

blasen

so sieht es aus, wenn ein Pottwal durch das Blasloch bläst, die Rückenflosse ist gut zu erkennen, die Größe des Wals eher nicht!

Buckel

so krümmt sich der Rücken, bevor die Schwanzflosse auftaucht

sie hebt sich

noch ist sie ein kleines Stück im Wasser, doch ...

Flosse

kurz darauf hebt sie sich ganz heraus ...

Abtauchen

bevor er abtaucht!

Noah war die ganze Zeit über begeistert gewesen, Esra fand es auch gut, ihm sah man die Begeisterung jedoch nicht so an wie Noah, ja und Amy? Die fand die Flossen gut, so zweimal, dann, so sagte sie mir erst viel später, war sie ziemlich traurig gewesen, daß man nicht auch mal den Kopf sehen konnte, also legte sie sich auf den Boden und versuchte unter dem Geländer durchzusehen - was die Leute auf dem Boot (und ich auch zu dem Zeitpunkt) nicht verstanden. So ein Wahnsinn, was wir hier sehen und ihr scheint es egal zu sein!?

Schließlich machten wir uns auf den Rückweg, es war schon spät, ich photographierte Möwen im Flug, die Kinder hatten sich mit einem norwegischen Jungen, der zu Crew gehörte, angefreundet und sie spielten a la Bean miteinander, d.h. sie machten pantomimisch Quatsch. Auf der Tour war auch wieder ein professionell ausehender Photograph - ich kann nicht anders, muß immer fragen. Also, er ist ein Naturphotograph, hat schon Bücher gemacht und machte an diesem Tag Bilder für den Kapitän. Interessant finde ich das alles! Gunter saß mittlerweile nur noch mit geschlossenen Augen drinnen und machte FKK, nein, er hatte seine Jacke noch an, es war kühl draußen. FKK steht für: fast könnt'er Kotzen! Vielleicht nimmt er beim nächsten Mal auch eine Tablette? Mir gefiel es übrigens ganz vorne am Bug am Besten, Esra und Noah mochten das auch sehr. Man legt sich so rein und geht mit jeder Welle auf und nieder, der Wind im Gesicht, die Gischt, das Klatschen des Wassers - im nächsten Leben werde ich Gallionsfigur. Hui was für ein Spaß! Und ich hatte erstmals in meinem Leben richtige Wale aufgenommen, Hurra! Am liebsten würde ich gleich wieder auf Waltour gehen:-)

möwe

Möwen

sie gleiten immer nah beim Schiff ganz dicht übers Wasser

möwe

Fischsuppe

Die Männer essen Fischsuppe mit Brot

Etwa 1 Stunde bevor wir zurückkamen gab es Fischsuppe - da wurde Gunter wieder wach:-) Typisch! Mir ging es noch gut (mein Magen war abgelenkt:-)) also verzichtete ich lieber. Wenn's ums Essen geht ist meine Familie unschlagbar! Vom Winde verweht kamen wir schließlich 7 1/2 Stunden nach Abfahrt wieder wohlbehalten in Stø an. Und waren müde, aber glücklich. Jeder bekam noch eine Urkunde und dann machten wir uns mit festem Boden unter den Füßen wieder auf den Weg zum Womo, welches einsam auf dem Campingplatz stand. Es war leerer als am Tag zuvor und viel ruhiger - ich hätte mit mehr Urlaubern gerechnet, in der Hochsaison. Endlich ist es mal umgekehrt:-) Die Kinder wollten Tom & Jerry schauen, also ruhte ich mich derweil aus. Spät am Abend machte ich allein einen Spaziergang ins Dorf, ich wollte sehen, was die Möwen machen. Aber es waren kaum welche da, nur die Mütter mit den Jungen und ich wollte sie nicht stören. Meinen Bericht packte ich natürlich nicht mehr, aber die CD brannte ich sogleich.

Hier der Link zur Waltour Seite von Annbjørg Andreassen: www.whaltetours.no

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