28.7. Norwegens Dänemark - die westliche Südküste
Wir besuchten gleich früh morgens den Spielplatz an der Schule, die war direkt neben unserem Kirchenparkplatz. Die Kinder tobten auf den Schaukeln und dem Klettergerüst und siehe da -Amy hat das Schaukeln gelernt! Schupps, jetzt klappt es wunderbar und das nach dem gestrigen Schwindel. Danach benutzten wir erstmals unseren Kecher: wir fischten einen kleinen Seestern aus dem Wasser, fotografierten ihn und setzten ihn vorsichtig wieder rein. Auch ein paar Muscheln und einen Krebspanzer holten wir raus.

Das "schwarze" Brett der Kirche, die rosa Blumen prägen übrigens das ganze Landschaftsbild hier. Man findet sie an Straßenrändern und auf Wiesen. Es sieht sehr schön aus mit diesen Farbklecksen

Esra und Noah spielen

ein kleiner Seestern
Wir wollten sehen, ob man im nächsten Dorf an das offene Meer kommen könnte - es war eine Sackgasse, aus der wir nur schwerlich wieder rauskamen. Die Leute, die hier wohnen, grinsten nur. Also, die Strecke wieder zurück, einen Parplatz hätten wir auch hier nicht finden können. Ich sag ja, wie in der Großstadt nur kleiner!
Der Weg von der Halbinsel zurück führte uns wieder über eine abenteuerliche, einspurige Brücke. Die hatten den Nachteil, daß man den Gegenverkehr nicht sehen konnte und gerade als ich darüber nachdachte, kam ein Auto entgegen. D.h. einer muß zurück.

ziemlich steil, was? Man hatte einen wunderbaren Blick über den Fjord
Um weiter entlang der Küste zu kommen, mußten wir erstmal wieder ins Land, entlang eines größeren Fjordes. Hier konnten wir erstmal bestaunen, wie es in Norwegen zugeht: hohe Berge, reißende Gebirgsbäche, stille Fjorde, Seen. Einfach dramatisch, jedoch auch steil und gewunden. Schnell kommt man hier nicht voran. Ich fahre sowieso recht gemächlich, aber immer sehr nah an der Geschwindigkeitsbegrenzung, dennoch lassen ich oft Autos überholen. Würde ich das so oft machen wie nötig, kämen wir nicht vorran. In Stadtnähe passiert es dann schon, daß mal jemand hinter einem hupt. Läßt man die Drängler nicht vorbei gefährden sie sich selbst und uns mit gefährlichen Überholmanövern. Um mal wieder ein paar Eilige fahren zu lassen und weil wir alle Hunger hatte, hielten wir an einem See - es könnte auch ein Fjord gewesen sein. Ein norwegisches Wohnmobil (ein ausgebauter Bus) hielt da, er angelte, sie schaute sehr mürrisch drein. Als sie uns sahen, packte er die Angel, sie schaute noch mürrischer und beide brausten davon. Sorry! So haben wir die Norweger noch nicht erlebt, bisher waren sie sehr nett, auch wenn sie von sich aus nicht unbedingt ein Gespräch anfangen. Mit Englisch kamen wir bisher immer durch, da spielt auch das Alter keine Rolle. Wir brieten Kartoffeln und die reichten kaum, die Kinder haben weiterhin einen Riesenhunger. Brot hatten wir leider keines. Amy ist wieder richtig munter, wir könnten wieder was unternehmen, wäre da nicht Noah unvorsichtigerweise aus dem Alkoven gefallen. Er hat sich Ellenbogen und Fuß stark geprellt, wir kühlten lange Zeit mit Tüchern. Laufen kann er kaum. Die Strecke ging von unzähligen Tunneln (ca. 20!) und Brücken geprägt weiter. Der längste Tunnel war ca. 1 km lang. Ich gewöhne mich langsam daran, wenn es so weitergeht, kann ich meine Angst vor Fähren und Tunneln vielleicht überwinden?

Himbeeren mit Ausblick
Das Land wurde weiter westlich merklich flacher und weniger felsig. Es gab keine Fjorde mehr, sondern flachen Strand. Jedoch gab es auch hier das Problem, daß die schönen Sandstrände von Campingplätzen belagert waren. An einem übervollen Campingplatz erkundete ich schnell alleine den Strand, um Bescheid zu geben, ob es sich für die ganze Familie lohnt. Das tat es nicht. Ein Stück weiter fuhren wir an einen Hafen, in dem zwei Jungs Vögel schossen (graus) Ich habe es mir nicht näher angesehen. Der Strand dort war von Kühen, deren Fladen, einem Leuchtturm und dicken Felsen belagert. Noah mußte über die Felsen getragen werden, was zu gefährlich war. Also kamen wir nicht weit, machten trotzallem ein paar Fotos - so richtige, mit Film und Stativ!

Der Kvassheim Fyr und 3 der Kühe
Noch weiter westlich, an der Ogna Bukte, gab es einen Sandstrand, der zugänglich war. Der Wind dort war eigentlich eher ein Sturm, es war recht kühl, was die Leute nicht davon abhielt in Bikini`s in den Dünen zu sitzen. Brrr! Eine Familie ging sogar ganz begeistert baden, aber da schüttelten sogar die anderen abgehärteten Leute den Kopf:-) Die Wanderung mit den Kindern war beschwerlich, denn Noah, den ich aufmuntern wollte, konnte immer noch kaum laufen, und dann war da noch der Sand, der im Sturm wie Schmirgelpapier wirkt und der uns beim Rückweg in die Augen wehte. An diesem Strand gab es keine Muscheln, dazu waren die Wellen zu hoch, was wie sehr häufig sahen waren Fischernetzrelikte. Wie es da wohl im Meer aussieht, wenn schon so viele Seile an einem Strand liegen?

die badende Familie im Gegenlicht
Wir aßen Nudeln mit Tomatensauce, wieder blieb keine einzige Nudel übrig. Da erleichtert den Abwasch:-) Danach saßen wir über der Landkarte, wir planten die weitere Route. Ein sehr netter, älterer Herr sprach uns auf Deutsch an, wow - der erste Norweger, der das tut! Er sagte, daß das Gebiet das Dänemark Norwegens sei. Flach aber auch kalt und meist schlechtes Wetter. Das können wir bestätigen, nichts war mehr mit Sonne. Eisekalt und völlig diesig. Aber auch viel Weideland. Der Norweger beriet uns bei der Planung, sein Deutsch war perfekt, er sagte, das hätte er in der Schule gelernt und später hätten sie deutsche Austauschschüler gehabt.
Wir beschlossen nach Randaberg zu fahren und die längere Fähre zu nehmen. Diese würde uns über eine meernahe, landschaftlich schöne Strecke nach Bergen führen. In Randaberg fanden wir den Hafen nicht. Eine Abfahrt haben wir falsch genommen und schwupps waren wir drin: im Tunnel, in dem, in den ich nicht reinwollte. Dem Byfjordtunnel. Der führt in ca 220 m unter dem Meer durch, was zur Folge hat, daß man die erste Hälfte des Tunnels steil bergab fährt und nicht recht weiss, in welchen Gang man schalten soll, denn man möchte die Bremsen nicht heiß laufen lassen, und im 2. Teil des Tunnels geht es nur steil bergan und man weiss nicht, welchen Gang man einlegen soll, denn im dritten ist das Womo laut, und im 4. kommt es kaum vorran. Was, ihr wollt wissen, wie lang das Ding ist? Zu lange für meinen Geschmack - 5,5 km. Der Spaß kostete uns 160 Kronen. Das und die Länge des Tunnels hindern mich am zurückfahren. Wir werden also die kurze Fähre nehmen und nicht an der Küste entlang fahren.
Ich war fertig. Der Dieselgestank im Tunnel machte mich benommen, meine Lunge tat weh! Aber vor allem meine Nerven lagen plank. Es war viel zu spät, der Sturm blies weiterhin, ich hatte Angst vor der Fähre, die Gunter um 20:30 Uhr noch anfahren wollte. Da sah ich ein Campingplatzschild, steuerte hinein und wir stehen nun für 100 Kronen auf einem Platz der eigentlich gar nicht schön ist, auf der Insel Bru. Vor uns eine Brücke, hinter uns ein langer, stinkender Tunnel. Aber, Noah hatte gestern ins Bett gepieselt, das Wasser im Fjord war für ihn wohl zu kalt gewesen, er reagiert sehr empfindlich. Aber ich schweife ab - wir wollten Wäsche waschen und duschen. Das hatten alle nötig:-) Ah, ah Badetag, das ist ein schöner Tag, da kann man endlich mal ne saubere Familie sein:-)) Entsetzt stellte ich fest, daß das Duschen nochmal extra kostet! 2,5 Minuten kosteten 5 Kronen (ca 0,7 Euro) Na, ja, ich duschte ganz entspannend mit Amy und Noah - aua, nicht die Haare waschen, hey, ich haaaab Seife in den Augen, Handtuch - schnnnneeeeell. Iiiiiieeeeeeeeee! Maaaaaaaaaaaama! Das Wasser ist zu kaaaaaalt, jetzt ist es zu heiiiiiiiß! Welche Mutter kennt das nicht! Als wir fertig und ganz entspannt waren, waren auch unsere Schuhe und Klamotten geduscht, ja, wir sind gründlich. Die Wäsche war noch gründlicher, denn nach 2 Stunden machte die Waschmachine immer noch die gleiche vorwärts/rückwärts Bewegung. Das würde die manchmal machen, meinte eine nette Camperin. Gunter kämpfte mit dem Ding und irgendwann hielt sie schließlich an. Ich füllte den Trockner und auch der lief 1,5 Stunden lang. Die Tage sind ja lang hier, nur unsere Körper rebellieren, denn die brauchen hie und da ein Stündchen Schlaf! So wie ich jetzt, es ist schon wieder 1:20 Uhr und ich wundere mich morgen, warum ich bis 9:00 Uhr schlafe wie ein Murmeltier?? Mit dem Bericht hinke ich noch einen Tag hinterher, aber das merkt eh keiner, ich komme hier nicht ins Netz! Gute Nacht.