6. April, von Pointe de l'Arcouest nach Ploumanach

die Leuchttürme vor der Ile de Brehat
Die Nacht war sehr unruhig gewesen, der Sturm lies das Wohnmobil erbeben. Es regnete auch recht oft und recht lautstark. Am morgen schien zwar die Sonne, die nächste Wolkenfront kam schon daher und der Strum bläst bis auf die Knochen. Ich war nicht lange draußen, die Kinder waren jedoch wie immer begeistert, denn sie haben ein neues Spiel erfunden - ein Holzstück oder eine Jakobsmuschel schwimmen lassen und dann mit Steinen so genau zielen, daß es versenkt wird. Das können sie stundenlang machen. Nach eine Weile fragten sie zwar nach Handschuhen, ansonsten störte sie das Wetter kaum. Gunter und ich waren traurig, denn bei dem Wetter hatten wir keine Lust auf die Inseltour, es fuhren auch keine Boote. Also verschieben wir das auf später oder die nächste Reise. Erst gegen 11:00 Uhr fuhren wir los und zwar nach Teguier. Im Hafen kann man gut parken und da gibt es ein Visitorcenter. Erstmals sah ich einen Computer und wir checkten die mails. Schockiert mußte ich realisieren, daß man vor Spam nie sicher ist, denn die mailbox war schon wieder zugemüllt und das, obwohl ich die emailadresse vor der Abfahrt geändert hatte. Dann wollten wir die Kathedrale anschauen, denn beim letzten Besuch im Jahr zuvor hatte sie Sonntags geschlossen gehabt. Damals war auch der Kirchturm verhüllt, denn die Renovierung war im Gange. Diesmal sah alles neu aus.Wir merkten jedoch schnell, daß geschlossen war. So bummelten wir so durch die Stadt. Hinweisschilder, wann geöffnet ist, fanden wir nicht. Ebbe machte sich breit, der ideale Zeitpunkt um in Bugueles zu schauen, ob wieder Jakobsmuscheln im Hafen liegen. Das taten sie:-) Die Wunderschönen, mit rosa Färbung und Muster. Die Kinder hatten gar nicht so viel Lust zum Sammeln, also machte ich es allein, während sie das trockene Hafenbecken erforschten. So ganz trocken war es natürlich nicht, man konnte richtig gut dreckig werden. Der Himmel über uns sah gefährlich aus, der Sturm wehte uns hie und da kalte Tropfen in die Gesichter. Ich stockte unseren Muschelvorrat auf - jetzt können wir wohl die Mauer im Garten verzieren:-)

Scallops - Jakobsmuscheln
Der Hafen von Bugueles - zu spät erst dachte ich
daran - ich hätte ein Panorama mitten in den Booten stehen machen sollen.
Aber manchmal gehe auch ich ohne Kamera los! Dieses Panorma wurde aus 8
Einzelaufnahmen zusammengesetzt
Gunter kochte und las in seinem Buch - er mag die Matschepampe bekanntlicherweise nicht so gern. Müde und vom Winde verweht saßen wir beim Mittagessen, als uns ein Hund besuchte. Er blieb geduldig, wollte spielen. So gingen wir nach dem Essen nochmal los, vom Hund begleitet und sammelten noch einen Eimer voller Jakobsmuscheln - machten dabei eine längere Wanderung über die Felsen und sahen so allerlei. Ein verrostetes altes Faß übrigens auch! Der Hund hatte einen großen Spaß - jagte Möwen, spiele mit Tang bellte und winselte. Amy fand das ganz toll! Auf dem Rückweg fand er eine neue Familie, die er begleitete. Im Wohnmobil las ich, daß die Kathedrale von Treguier in der Nebensaison Mittagspause hat, sie öffnet um 14:30 Uhr. So weit war es nicht, so fuhren wir zurück. Es waren viele Besucher in dem Gebäude, was uns irritierte, denn bisher waren wir in den Kirchen fast immer ganz allein gewesen. Wir schauten uns alles in Ruhe an, machten ein paar Photos. Wieder kamen in der Kathedrale sehr viele Fragen auf - es gab Kirchenfenster mit dem Thema I WK und natürlich die Geschichten aus der Bibel. Nach dem ausgiebigen Besuch rannten die Kinder, sie hatten wieder ein neues Spiel erfunden, auf dem Marktplatz herum.
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in der Kathedrale von Treguier |
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unsere Kinder zünden Kerzen an |
Der Altarraum |

ein größerer Überblick - das Kirchenschiff

der Kreuzgang mit Sarkophagen

Die renovierte Kirchturmspitze (nun - nicht ganz:-)

Fachwerkhäuser
Irgendwann war es trotzdem viel zu kalt und wir gingen wieder zum warmen Wohnmobil zurück. Den Leuchtturm Men Ruz haben wir schon zweimal aufgenommen und genossen. Wir wollten trotzdem bei diesem Sturm und der hohen Flut wieder dorthin. Das Wetter war heftig - es stürmte nicht nur bei großer Kälte - da zog auch ein Unwetter auf. Jetzt haben wir uns jedoch so langsam aklimatisiert, so zogen wir in Thermohosen gehüllt und behandschuht zur windigen Küste. (dieser Teil der Küste ist auch stürmisch, wenn es ansonsten warm und friedlich ist). Wir hatten gerade das Wohnmobil hinter uns gelassen, da fing es noch heftiger zu stürmen an. Markisen flogen hoch. Wir sahen uns unschlüssig an - doch warum sollten wir nur im Womo sitzen? Also gingen wir weiter und es wurde schlimmer - es kam mir ein wenig wie eine Prüfung vor. Was muß noch alles kommen, um uns zum Umkehren zu bringen. Schließlich war die Flut so hoch, daß wir kaum den engen Weg entlang kamen, denn die Wellen schwappten immer wieder über. Kaum hatten wir dieses Hindernis überwunden, fing es an zu regnen, ein wenig Hagel war auch dabei. Es tat in den kalten Gesichtern weh. Wir suchten uns einen großen Felsen als Unterschlupf, davon gibt es ja genug. Ein paar Leute waren sogar außer uns noch da. So klappte es wunderbar, der Sturm war hinter/unter den Felsen nicht so stark, der Regen störte nicht mehr. Es dauerte auch nicht lang, so wie es den ganzen Tag immer mal wieder geregnet hatte, hatte es aber auch wieder aufgehört. Wir liefen den Zöllnerpfad entlang, denn das Licht war schlecht. Kein Sonnestrahl schaffte es durch die Wolken. Am Horizont sah man aber ein Stückchen klaren Himmels, das ließ hoffen. Den Kinder machte der Sturm nun Spaß, sie legten sich rein. So warm, wie sie eingepackt waren, konnten sie das Wetter gut ertragen. Die Wellen waren mächtig, Noah freute sich, wenn es knallte und die Gischt uns einhüllte. An Photographie war kaum zu denken, denn wir wurden nicht nur von oben, sondern von allen Seiten eingenebelt - mit super Atlantik Salznasenspray (ich hatte zuhause gerade 8 Euro für 30 ml ausgegeben!) Die Batterie meiner Kamera war leer - ich habe ja immer die zweite geladen einstecken. So wechselte ich und oh Schreck! Der zweite Akku ist defekt. Nach nur 3 Bildern zeigte er leer an:-( Und das, als das Licht gerade sehr vielversprechend zu werden schien. Ich war tief traurig. Die Sonne kam tatsächlich für 15 Miunten hinter den Wolken hervor, machte aus der Granite Rose eine richtig rosige Küste! Wahnsinn! Was die Sonne für Farben zaubern kann. Ich wärmte die Batterien in der Hosentasche und machte so immer mal wieder ein paar Bilder. Was auch klappte. Langzeitaufnahmen traute ich nur kurze zu machen, damit die Batterie nicht mitten in der Aufnahme streikt und alle Bilder auf der Karte Schaden nehmen. So schaffte ich ein paar gute Bilder, meine Nerven waren jedoch angespannt. Als die Sonne untergegangen war, beobachteten wir die Wellen, der Leuchtturm leuchtete rot, aber es sah sehr schwach aus, das Leuchtturmlicht. Die Wellen knallten immer stärker. Wow! Was für eine Kraft. Es war ein sehr tolles Erlebnis mal im Strum und bei Sonnenuntergang hier zu sein. So bekommt man einen ganz anderen Eindruck - uns hat es trotz oder gerade wegen der Umstände sehr viel Spaß gemacht und mit der richtigen Kleidung klappt alles. So richtig vom Winde zerwühlt gingen wir zum Wohnmobil und fuhren am Stellplatz in der Stadt vorbei. Da gibt es noch einen ca. 11 km weiter, mit Naturschutzgebiet im Anschluß und Küste vor der Tür. Dort fanden wir so spät zwar kein Plätzchen mehr, aber neben dran kann man auch gut stehen und wenn der Wind mal kurz Pause macht, hört man die Frösche quaken.

dunkle Wolken und Sturm - das Licht fehlt.

mit letzter Batteriekraft, im letzten Sonnenlicht

wildes Meer

bei diesen wilden Wasserbewegungen reicht auch eine relativ kurze Langzeitbelichtung - hier aufgenommen mit dem 64 fach Graufilter

nach Sonnenuntergang - er leuchtet endlich