24. Oktober von Erquy nach St Pol

Amy

Amy am frühen morgen

Kids

Die Kinder erforschen die Bojen

Scallop

eine Jakobsmuschel in der Hauptstadt der Jakobsmuscheln

Es war windstill, die Sonne schien aus Leibeskräften, die Wolken am Himmel leuchteten leicht rosa, ich genoss das Spektakel vom warmen Wohnmobil aus. Der Strand war sehr nah, wir hätten es nutzen können, so ruhten wir uns beim genütlichen Frühstück mit wundervollen Ausblick aus. Das Meer war durch die Sonne so blau, der Himmel so schön und es war sogar recht warm. Fast konnte man ohne Mütze raus. Gunter nutzte die Toilette auf dem Parkplatz, ich ging schließlich mit den Kindern los, der scheinbar endlos lange Strand zog uns doch in seinen Bann. Wir fühlten uns so richtig wohl, die Kinder machten Spuren im glatten Sand, schauten, welche Vögel schon vor uns da waren, oder auch Hunde. Das Rauschen der Wellen, die in vielen Stufen auf uns zukamen - ahhh, Meer pur:-) Dazu noch die Vögel, die Möwen und Strandläufer, perfekt! Photos machte ich nicht so viele, es war schon etwas spät. Dann machten wir uns auf den Weg, wie üblich geht es Richtung Westen. Am Pointe des Guettes hielten wir und die Ebbe war schon in vollem Gange - nun war der Strand wirklich endlos. Sehr weit vor der Küste sah man die Austernzucht. Nach einer kurzen Inspektion meinerseits stand fest - ideale Muschelbedingungen. Wir machten also einen langen Wattspaziergang und sammelten die wunderbar glitzernden abgeschliffenen Austern. Diese Weite am Meer und das Licht, welches sich im feuchten Sand spiegelt! Noch schien die Sonne und wärmte uns, doch schließlich packten es ein paar Wolken, uns diesen Genuß zu nehmen, frieren und mit gefüllten Eimer gingen wir ins warme Wohnmobil. So meergesättigt waren wir schon lange nicht, auf unserem Weg liegt eine der berühmtesten Kirchen der Bretagne mit der schönsten Calvarie. Da waren wir bisher immer vorbeigefahren und ich hatte mir vorgenommen, sie auf dieser Reise nicht zu verpassen.

Maria

Sonnendurchflutete Kirche

Tauf

der reich erzierte Taufaltar

Drache

ein Detail an der Kirche

Abendmahl

Das Abendmahl - eine der Szenen aus der Calvarie

Hoelle

die Hölle

Gerade kam einen ganze Busladung älterer Menschen aus der Kirche als wir ankamen. Das war gut für die Photographie, denn wir hatten die Kirche nun die letzte Stunde, in der sie geöffnet war, für uns. Die Kinder mögen es mittlerweile, wenn wir es nicht übertreiben und zu lange bleiben, man kann gut über die Bibel reden, vor allem über Jesus. Ich finde das immer sehr anregend. Wir hatten auch wieder Glück und es lief ruhige Kirchenmusik von Band - das mögen wir alle besonders gern. Diese im Jahre 1520 erbaute Kirche ist so reichlich verziert, wir hatten viel zu tun, alles anzusehen und abzulichten. Faszinierend!

Als wir die Calvarie draußen aufnahmen waren die Kinder allerdings wieder wild, so wie die Hunde, die vom Dorf herkamen und Nachlauf spielten. In Frankreich sieht man immer viele Hunde frei herumlaufen, was nicht bedeutet, dass sie zu niemandem gehören. Die Franzosen sind nur etwas entspannter im Umgang mit ihren geliebten Vierbeinern. Sie lassen ihnen – ganz im Sinne der Tiere – mehr Auslauf und vertrauen darauf, dass sie schon wieder nach Hause zurückkommen. Und das tun sie ja in 99 Prozent aller Fälle auch – spätestens, wenn der Magen knurrt.

Glücklicherweise habe ich noch eine  Gezeitentabelle im Womo liegen - vom Frühjahr, da war es uns namlich einmal nicht möglich gewesen, auf den Stellplatz von St Pol zu fahren, weil die Flut besonders hoch war. Wir sind zwar wieder in der Zeit des Höchststandes, aber es fehlte noch ein Meter zum Stand vom Frühjahr, also fuhren wir nach St Pol. Wir hatten den Stellplatz zwar schon mal angesehen, aber wie gesagt, noch nicht dort übernachtet. Ziemlich weit hinten über die Hafenmole lang, befindet sich ein kleiner Park - mit Spielplatz und allem, was dazugehört. Dort tobten sich unsere Kids sogleich aus. Es scheit ihnen nichts auszumachen, daß es kalt ist! Mir ist es richtig kalt und ich muß die Drei immer noch auffordern, die Jacken zuzumachen. Ein paar Wohnmobile standen zusammen mit uns im Sturm, es war aber insgesamt recht leer. Deshalb fanden wir es ziemlich befremdlich, daß gegen 12:00 Uhr ein Auto sehr lange hupend auf uns zu fuhr, der Radau war heftig. Dann gab er Gas und hielt anscheinden direkt auf uns zu - sowas finde ich schlicht Scheiße! Mit vor Kiesel spritzenden Reifen drehte er in letzter Sekunde ab und raste hupend davon! Ob die Saison so schlimm war? Ich hoffe, daß sich die Wohnmobilisten zusammentun, sich immer ordentlich benehmen - sonst finden wir vielleicht bald keine Plätze mehr, auf denen man sicher stehen kann?!?!

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