10. Oktober, von St Jacut-de-la Mer, über St Malo nach Honfleur

Ausnahmsweise mußte ich mal nicht lange schreiben und auch kaum Bilder bearbeiten und wir standen ja schon eine Weile auf dem Platz, ich konnte mir also schön Zeit lassen und die Index Seite gestalten. Mein Kopf war von der Tablette und der frischen Meerluft und der dazu passenden Ruhe klarer. Ich war mal früh im Bett, also vor 1:00 Uhr.

Nachts regnete es heftig, wir wurden recht oft wach. Ich hatte nachgesehen, wann die Flut kommt und hätte um 6:00 Uhr mit Muschelsammeln beginnen müssen, dazu hatte sogar ich keine Lust. Im Nieselregen schaute ich mir nur kurz allein das hohe Meer an. Wir frühstückten sehr gemütlich, entsorgten noch die Toilette und fuhren nach St Malo, denn wir wollten das Grand Aquarium ansehen, ideal für die Kinder und dieses Wetter. Das Wetter war dann gar nicht mehr so schlimm, zwar trüb, aber es regnete nicht mehr. Der Sonnenschein hatte uns die letzten beiden Wochen doch sehr mit kräftigen Farben und Wärme verwöhnt.

Das Aquarium kostete uns 38 Euro Eintritt, Amy kostete nichts, ich habe geschummelt, weil sie nicht mal 2 Wochen 4 ist. (sonst mache ich sowas nicht und bekomme Ärger mit Gunter. Und in Norwegen haben wir immer bezahlt, obwohl sie noch drei war und gar nichts gekostet hätte! -so, genug Entschuldigungen). Wie immer in einem Aquarium rannten die drei beigeistert durch die Hallen. Die Rufe waren weit zu hören, immer wieder mußte ich zu einem anderen Becken laufen und schauen, was Tolles zu sehen war. Es war auch wirklich ein großes Aquarium, nach dem in San Diego das Größte, welches wir bisher gesehen haben.

Anemonen

scallop

eine lebendige Jakobsmuschel mit einer Kammuschel oben drauf

Qualle

schade, daß es bei den Quallen so dunkel war, selbst mit 800 Asa war kaum was zu machen

Im größten Becken, nämlich einem runden, in das man sozusagen hineinging, schwammen Haie und Schildkröten. Die Kinder waren ausnahmsweise mal sprachlos. Dann kam der nächste Höhepunkt: Der Nautibus! Man steigt in eine Art U-Boot ein, und fährt durch ein rießiges (so soll es einem jedenfalls vorkommen) Unterwassergebiet. Man sieht viele Fische, schwimmt durch ein Schiffswrack und wird schwindelig. Wir hatten jetzt im Oktober großes Glück und mußten nirgends auch nur eine Minute warten. Die langen Absperrgitter, die die Leute meanderförmig heumführen lassen im Sommer auf sehr lange Wartezeiten schließen. So kamen wir dann genau um 12:00 Uhr zur Vorführung eines 3-d-Unterwasserfilms. Die großen Brillen, die wir bekamen waren lustig und kaum saßen wir, ging auch schon das Licht aus. Ich dachte, Amy hätte noch immer Probleme mit dem Dreidimensionalen Sehen, Ihren Schreien nach zu urteilen, hat sich das gelegt:-) Die Wrikung war so echt, daß nicht nur Esra immer wieder nach den Schwanzflossen griff, nein, auch eine Dame hinter uns tat es. Durch den Souvenirladen mußten wir dann nach draußen, also kaufte sich jeder der Drei noch ein Kuscheltier, auf jeder Reise gibt es eines. Amy ist den ganzen Tag schon glücklich mit ihrem Walroß. Die Jungs suchten sich Plastikkrebs und -hummer raus.

Ich hatte leider wieder heftige Kopfschmerzen, mit heftiger Übelkeit, blöde Migräne. Ich aß eine Kleinigkeit, damit ich eine halbe Migränetablette einnehmen konnte, sonst wird es mir noch übler:-(

In Rotheneuf östlich von St Malo wollten wir die Felsenfiguren, die ein Pastor jahrenlang in das Gestein gemeiselt hat, ansehen.Mühevoll geparkt, denn der Parkplatz ist nicht nur klein sondern auch holprig, fanden wir jedoch eine geschlossene Tür ohne jeden Hinweis auf eine evtl Mittagspause. Als wir wieder auf dem Weg waren sah Gunter, daß in der Nebensaison ab 14:00 Uhr wieder jemand da sei - es war 13:50 Uhr. Dumm gelaufen, was? Nun gut, wir sind ja flexibel, also machten wir an einem großen Strand kurz vor Pointe du Grouin Halt, um uns vor dem ersten richtig langen Rückwegsstück die Füße zu vertreten. Der Sand war noch flutnaß und sehr schwierig zu laufen. Auf eine kleinen Insel, die gerade durch die Ebbe mit dem Festland verbunden wurde, stand ein kleines schloßähnliches Haus, welches von einem wolfähnlichen Schäferhund bewacht wurde. Uff, der machte sogar mir Angst. Ich hatte aber wenigstens mein Stativ. Gunter und die Kinder gingen früher zurück, ich hatte noch eine wellenumtoste Felesenecke mit Anglern entdeckt, die ich gerne ablichten wollte.

Angler

Wilde Wellen, ich möchte mal gerne wissen, wie hier das Meer bei Strum aussieht

Austern

Und wenn die Angler nichts fangen, dann schlürfen sie mit Wohlgenuss Austern, mir haben sie auch eine angeboten. ne, heute noch nicht, irgendwann probier ich's mal!

Langzeit

nur eine der Langzeit-Aufnahmen, ich möchte Euch nicht langweilen:-)

strasse

zwei Langzeits, sorry - aber diese hier ist mal anders:-)

Dann fuhren wir an Mont St Michel vorbei, wieder in die Normandie, und quer durch nach Honfleur, denn dort wissen wir einen Stellplatz, der zwar recht teuer ist, aber auch ein schönes Städtchen zum Anschauen dabei hat. Die Kinder hatten während der Fahrt geschafen, also liefen wir um 19:00Uhr nochmal los in die Stadt. Ich wäre gerne essen gegangen, Gunter traute sich jedoch nicht. Schade! Klar, ich weiss auch nicht, wie man mit den Schalentieren umgeht, aber man kann ja bei den anderen abschauen oder Fragen. Mit unserem Französisch, oder besser Nichtfranzösisch, nicht ganz einfach. Wir nahmen beide Kamera und Stativ mit und los gings, die Kinder von der langen Fahrt sehr ausgeruht und entsprechend wild, aber auch neugierig auf ein außergewöhnliches Abendessen, welches sie dann leider nicht bekamen. Wir fotografierten den Hafen während die Kinder Kastanien sammelten. Dann gab es Pommes an einem Stand, die Restaurantes sahen fast alle sehr nobel aus, die Preise auch. Das ganze Dorf, oder vielleicht die ganze kleine Stadt besteht aus Galerien und Restaurants, die sich auf Meeresfrüchte spezialisiert haben, ich kann eigentlich nicht vestehen, wie so viele parallel existieren können. Und was sehen meine muschelgeschärften Augen?? Zwei große Kisten Jakobsmuschelschalen! IM MÜLL! Wir hätten sie so gerne mitgenommen, aber der Weg war weit und die Kisten schwer. Jetzt sitzen wir hier und überlegen, ob wir jetzt, mitten in der Nacht nochmal hinfahren sollen - mit dem Wohnmobil gar nicht so weit, oder ob wir es morgen früh versuchen sollen. Aber dann ist sicher wieder viel Verkehr und die Dinger sind vielleicht schon entsorgt. Eigentlich ist es ja klar: Dort, wo die Muscheln verspeist werden, muß man nach den Schalen suchen, und hier ist ein denkbar günstiger Ort! Oder werden die doch recycled?

Aber, jetzt zeige ich erst mal die Abendaufnahmen des historischen Städtchens:

Honfleur-hafen

Brückenhaus

ein sehr altes Haus an der Brücke zum Hafen

Haus

und noch mal

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